Brockwood Park School – Vorbild, Erbe, Vision für Alle

NEWS/INFOS Schule und mehr ... Zusammenarbeit

Fast jeder Erzieher, Sozialpädagoge und vielleicht sogar Lehrer, hat in seiner Ausbildung einen Traum. Nämlich ein komplett neues, noch nie da gewesenes Konzept zu schreiben und zu entwickeln, um die Pädagogik „besser“ zu machen. (Wo uns das hingeführt hat kann ja jeder sehen, hätt ich jetzt fast gesacht. A.d.A.) Und natürlich ging das auch mir so.

Dabei hatte es keinen besonders aufregenden Namen, so wie Montessori, oder Waldorf, sondern hieß schlicht: „Die runde Tafel“. Ich glaube zum Schluss hatte es über 400 Seiten – (vom Kindergarten bis zur Oberschule), die alle im Grunde nur das sagten, was schon der Titel in sich trägt. Die Beteiligten am „Erziehungsprozess“ (schreckliches Wort) an einen Tisch setzen. Also alle die, die täglich auf ein Kind, oder Jugendlichen einstürzen, um mit ihren ganz persönlichen Lebensweisheiten den „richtigen Weg“ vorzugeben.

Was ich dabei schon immer am spannensten fand´, war die Tatsache, dass Alle etwas anderes erzählten, ohne sich jemals untereinander darüber abzustimmen. Deshalb verzweifeln auch so viele Erzieher an ihrem Beruf, wenn sie nach endlosen Teamsitzungen und schlaflosen Nächten endlich etwas gefunden haben, das dem „schwer erziehbaren Kind“ helfen könnte und sowohl Eltern, als auch andere Verwandte, Bekannte, aber auch Priester, Therapeuten und wer nich noch alles, sagen dem Kind am gleichen Tag etwas völlig anderes. Etwas das Sie für richtig halten.

Und so fängt der „Erziehungsprozess“ an jedem Tag aufs Neue, von Vorne an. Obwohl er immer gleich verläuft!

Die Frage war also immer nur, ist es möglich, dass alle Außenstehenden ihre Kraft und Unterstützung beisteuern, ohne darüber zu streiten wie es richtig wäre? Und dies dann auch noch regelmäßig, an einem runden Tisch miteinander abzustimmen.

Und um es gleich mal kurz zu machen: Es gestaltete sich schwierig…

Denn schon die Zusammenarbeit zwischen Erzieher und Lehrer, die am selben Tag mit den gleichen Kindern, oder Jugendlichen zu tun haben, war und ist fast unmöglich, da entweder zu wenig Zeit da ist, oder es schlicht an den „festen Überzeugungen“ scheitert, über die man sich nicht einig wird. Was leider zum größten Teil daran liegt, dass überhaupt davon ausgegangen wird, dass eine Meinung, in der Pädagogik eine Rolle spielt.

Ja und dann kommt da noch die, fast einhellige Ansicht deutscher Eltern, „Pädagogik habe doch nichts in der Schule verloren, da sollen die Kinder was lernen!“ Welch entzückender Widerspruch das Ganze in sich schon ist, macht es nicht einfacher, wenn es darum geht darüber zu diskutieren, ob die reine Aufnahme und das Auswendig lernen von Informationen denn tatsächlich etwas mit Lernen zu tun hat.

Das Konzept der Runden Tafel ist also im Grunde gar kein Konzept, sondern logische Betrachtung der Notwendigkeiten. Das Ausarbeiten von Konzepten, besonders und vor allem auch in der Schule sollte nämlich erst dann stattfinden, wenn alle dabei sind, inklusive der Kinder und Schüler.

Das dies möglich ist, zumindest in einer Schule, in der die Kinder auch leben, zeigt uns das Beispiel der Brockwood Park School in England, eine der wenigen Schulen in Europa, die es von Anfang ganz anders gemacht hat.

Es geht auch anders …

Die Brockwood Park School ist eine der Schulen, die auf die Gründung von J. Krishnamurti zurückgehen, den wohl größten (Menschen)-Lehrer den ich je kennenlernen durfte. J.K., der ein Jahr nach dem folgenden Video starb, hat viele Menschen auf der Welt inspiriert, sich mit der Wahrhaftigkeit seiner Selbst und seiner Umwelt auf eine Weise zu beschäftigen, die auf absoluter Beobachtung und Eigenverantwortung beruht und somit von ganz allein, zu einer mitfühlenden und intelligenten Lebensweise führt.

Krishnamurti wird weltweit als einer der größten Denker und religiösen Lehrer aller Zeiten angesehen. Er vertrat keine Philosophie oder Religion, sondern sprach vielmehr über das, was uns alle in unserem Alltag angeht, über die Probleme des Lebens in einer modernen Gesellschaft mit ihrer Gewalt und Korruption, über die Suche des Einzelnen nach Sicherheit und Glück, und die Notwendigkeit für die Menschheit sich selbst von der inneren Last der Angst, Wut, Verletzung und des Leids zu befreien. Er erklärte mit großer Präzision die subtile Arbeitsweise des menschlichen Geistes und machte klar, dass wir in unserem täglichen Leben eine zutiefst meditative und spirituelle Qualität entwickeln müssen. (J.K.online)

J.K. wäre in diesem Jahr 125 Jahre alt geworden.

The last Year in Brockwood

Weitere Informationen, Videos, Bücher und weiteres finden sie in jedem guten Internet. Oder bei …

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