Mutti, der Mann mit dem Kokain-Bericht ist da!

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Kokain Auswertung 4. Quartal 2019 (Quelle: saferparty.ch/Schweiz)

Wir selbst sehen die regelmäßige Einnahme von Kokain als sehr kritisch an und wollen deshalb vor allem zeigen, dass es nicht darum geht mit erhobenem Zeigefinger vor einer Substanz zu warnen, sondern in welcher Weise Kokain, mit Streckmitteln versetzt, auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird und wie uninformiert, besonders auch jugendliche Konsumenten damit umgehen. Gerade die Erfahrungen der Schweizer Kollegen zeigen hier deutlich, dass es durch eine umfassende Information in den meisten Fällen auch zu einem verantwortungsbewussteren Konsum, Umgang bzw. einer klareren Betrachtung dessen kommt.

Kokain ist auch für uns ein besonderes Thema, welches uns ohne Zweifel noch oft, „schwer“ beschäftigen wird. Doch nochmal, geht es nicht darum ein Für oder Wider des Konsums zu diskutieren, sondern zu wissen, womit wir es eigentlich wirklich zu tun haben und warum gerade auch hier eine regulierte Abgabe, mehr als notwendig wäre. Wir bedanken uns bei den Kollegen von saferparty.ch, aus der Schweiz für einen aktuellen Bericht des mobilen Drug-Checkings (Auswertung Kokain) über das letzte Quartal 2019.

Wer wirklich weiß was eine Subtanz enthält, macht sich vielleicht weitaus mehr Gedanken darum, welche Auswirkungen eine regelmäßige, oder überdosierte Einnahme haben kann. Wir können Sie, liebe Eltern, Erziehungsberechtigte, Lehrer und erwachsene Menschen deshalb nur noch einmal bitten, das Thema Drogen nicht nur aus der Perspektive der Ablehnung zu betrachten, sondern sich anzuschauen, wie selbstverständlich Drogen zu unserem Alltag gehören und wir uns damit, in nüchterner Weise beschäftigen müssen. Das Kokain besonders auch in sogenannten bürgerlichen Kreisen und von Politikern, Aristokraten und Wissenschaftlern regelmäßig konsumiert wird, wissen wir nicht erst seit Sigmund Freud und seinen Versuchen Kokain zur Behandlung von Morphin Abhängigkeit zu nutzen. Und was es gebracht hat eine Subtanz einfach nur zu „verbieten“ und zu glauben damit die Probleme Sucht, Abhängigkeit und Missbrauch in den Griff zu bekommen, sehen wir in unserer täglichen Arbeit, die in dieser Form gar nicht notwendig sein müsste, wenn das Bild von Drogenkonsum, innerhalb der Gesellschaft, nicht von solch extremer Fehlinformationen geprägt wäre. Auch deshalb dieser Artikel hier. Weitere werden folgen.

Akzeptierende Drogenhilfe heißt niemals einfach zu akzeptieren, dass Drogenkonsum gut oder schlecht ist, sondern von allen Seiten und mit allen Konsequenzen genau zu beobachten, warum und in welcher Weise ich eine Subtanz konsumiere oder nicht. Sich dabei wieder nur auf Statistiken, TV-Berichte, Bücher oder gar nur die eigene Meinung zu verlassen, wäre genauso unverantwortlich, wie anderen Menschen Vorschriften zu machen, wenn es um deren Drogenkonsum geht.

Kokain Auswertung 4. Quartal 2019

15.01.2020 von Saferparty

Im vierten Quartal 2019 (Oktober bis Dezember) wurden im Drogeninformationszentrum (DIZ) und bei den mobilen Drug-Checkings 219 als Kokain deklarierte Proben zur Analyse abgegeben.

Risikoeinschätzung: Der Konsum von Kokain birgt grundsätzlich das Risiko starker gesundheitsgefährdender Nebenwirkungen (Schlafstörungen, Gereiztheit, Aggressivität, Angst- und Wahnzustände, Depression etc.) sowie ein großes Risiko einer psychischen Abhängigkeit! Hinzu kommt ein schwer abschätzbares Gesundheitsrisiko durch das häufige Auftreten von pharmakologisch wirksamen Streckmitteln. Dabei handelt es sich weniger um akute Nebenwirkungen, sondern vor allem um Langzeitfolgen.

Neben den oft vorkommenden Streckmitteln stellt auch der stark schwankende Kokaingehalt ein oft unterschätztes Konsumrisiko dar; je höher der Kokaingehalt, desto grösser die Gefahr einer Überdosierung. Kokain führt in hohen Dosen zu einer starken Belastung für den Herz-Kreislauf und kann unter gewissen Umständen und körperlichen Voraussetzungen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Kokain Safer Use.

Wirkstoffgehalt: Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt der im DIZ und bei den mobilen Drug-Checkings getesteten Kokainproben betrug im vierten Quartal 2019 76.0 % Kokain*HCl. Der Wirkstoffgehalt der analysierten Kokainproben variierte stark und lag zwischen 0.3 % und 96.8 % Kokain*HCl.

Pharmakologisch wirksame Streckmittel: Bei Kokain handelt es sich oftmals um ein Gemisch aus Kokain und einem oder mehreren Streckmitteln. Ein Teil dieser Streckmittel ist pharmakologisch nicht relevant (z. B. Laktose, Stärke, Zellulose). Diese haben keine zusätzlichen psychischen und/oder physischen Auswirkungen bei der Konsumation. Häufig werden die Streckmittel jedoch so gewählt, dass ein höherer Wirkstoffgehalt vorgetäuscht und/oder eine Wirkungsverstärkung/ -verlängerung hervorgerufen wird.

Im vierten Quartal 2019 waren 45.2 % aller Kokainproben, welche im DIZ oder bei den mobilen Drug-Checkings zur Analyse abgegeben wurden, mit mindestens einer pharmakologisch wirksamen Substanz gestreckt. Am Häufigsten wurde Levamisol (38.4 % der Proben) analysiert. Oft wurde auch Koffein (6.8 %), Lokalanästhetika (5.0 %) und Phenacetin (4.1 %) analysiert.

Hier bekommt ihr das Ganze nochmal als PDF Dokument

Solltet ihr weitere Fragen haben, über die wir hier noch nicht sprechen konnten oder die euch sehr beschäftigen, so schreibt uns einfach, auch anonym, unter:

info@bra-nrw.com

oder setzt es in die Kommentare auf unserer Facebookseite.

Wie oben angekündigt, werden wir uns noch weit intensiver mit den Wirkungsweisen und den gesellschaftlich/politischen Umständen von einzelnen Substanzen beschäftigen. Angefangen bei einem Thema, welches uns alle in diesem Jahr begleiten wird: Cannabis und warum die Pflanze Hanf so viel mehr als nur ein „Rauschmittel“ ist. Um die Dimension der Fehlinformation über Cannabis, bzw. Hanf nur ansatzweise zu verstehen, braucht man sich nur einen Artikel anschauen, den wir vor 10 Jahren, in der unabhängigen Internetzeitung „The Intelligence“ veröffentlicht haben und was seit dem tatsächlich an Veränderung stattgefunden hat. Doch schaut bitte selbst …

Zurück ins Gedächtnis – Nutzpflanze Hanf