Greta

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Ich habe mir ihre Rede oder zumindest das was ich „kriegen konnte“, mehrmals angesehen (Link unten) und liege ihr im Grunde zu Füßen, also der Greta, nicht der Rede. Ich bewundere sie ja. Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg. Nicht unbedingt für das, was sie sagt, dafür umso mehr wie sie es geschafft hat sich bis vor die letzte Instanz der Berufs-Rhetoriker zu kämpfen. Und ich bedauere sie. Bedauere, dass eine, inzwischen 16-jährige junge Dame, schon jahrelang gegen die ganze Welt kämpfen muss, damit die „Erwachsenen“ sich erwachsen verhalten (können).

Egal, ob da nun, auch nach eigener Aussage, die eigentliche Triebfeder ihres hartnäckigen Engagements in ihrer vermeintlichen „Asperger“ Erkrankung liegt, oder sie einfach nur ein unglaublich stures, diszipliniertes, tolles Mädchen ist, die schlicht den Hals voll hat. Sie steht da und bleibt da und rührt sich nicht mehr von der Stelle, seit Jahren. Und viele sind ihr gefolgt.

Vielleicht ist aber hier auch genau der Anfang der Problematik? Sind es tatsächlich die Menschen aus Politik, Wirtschaft und „Hochfinanz“, die die Veränderung für uns schaffen müssen? Oder folgt die Politik, die Wirtschaft und der sogenannte Zeitgeist nicht immer erst dem was wir Menschen initiieren, also selbst gewählt und geschaffen haben? Ist es also ausreichend den „Mächtigen“ kräftig die Meinung zu sagen, was die ja durchaus schon mal brauchen oder ist es nicht erst die Veränderung eines jeden Einzelnen, die letztlich die politischen und ökonomischen Konsequenzen folgen lässt?

Regelt hier das Angebot die Nachfrage oder genau umgekehrt? Und reicht es dann aus die Nachfrage dem anzupassen, was schon da ist, nämlich unendliche Reden mit ausgefeilter Rhetorik, also im Grunde das was Greta ja auch den Angesprochenen vorwirft?

Das Problem das sich für uns auftut liegt ja inmitten all dieser vielen Worte, von denen einige immer wieder sehr geschickt eingesetzt werden können, wenn es darum geht aufgebrachte, wütende Menschen zu beruhigen oder abzulenken. Also auch, was die junge Schwedin den Herrschaften vorwirft und damit völlig recht hat.

Doch schauen wir uns doch bitte einige dieser Worte kurz gemeinsam an und untersuchen, ob sie vielleicht etwas anderes bedeuten, obwohl wir sie täglich selbst nutzen.

Zuallererst: Kann man ein Klima wirklich schützen, indem man seinen Wandel stoppt?

Die Erde ist ein Planet. Ein lebendes Wesen. Sonst wäre darauf kein Leben möglich. Sie bewegt sich innerhalb eines nicht wirklich vorbestimmten, unregelmäßigen Zyklus durch den Raum und somit auch in unterschiedlicher Entfernung von der Sonne. Und in immer anderem Winkel. Nur das dies teilweise viele Jahre bis Jahrhunderte in Anspruch nimmt. Die Erde hat sich in vielen Millionen Jahren unendlich oft verändert, sowohl klimatisch, als auch geografisch. Es ist also faktisch gar nicht möglich einen Klimawandel wirklich zu stoppen. Wir können ausschließlich der weiteren Verschmutzung des Planeten und seiner Atmosphäre Einhalt gebieten. Jeder von uns!

Diesen Unterschied deutlich zu erkennen und auch mit in meine Sprache einzubeziehen, stellt eine Voraussetzung für weitere „Diskussionen“ dar. Dennoch wird darauf fast nie geachtet. Noch nicht mal oder vielleicht eher schon gar nicht auf einem Weltklimatreffen sogenannter „vereinter“ Nationen.

Die zweite, sehr entscheidende Frage stellt sich bei den immer wieder erwähnten Zielen des Pariser Abkommens zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad. Was ist, wenn wir den Wandel, also auch einen damit verbundenen Temperaturwandel trotzdem nicht aufhalten können. Wird die Zahl dann, wie gewöhnlich den Gegebenheiten angepasst oder wird erst dann in Betracht gezogen, das es gar keine Grenze mehr geben kann, weil die sowieso schon lange weit überschritten ist. Weil die Eingriffe in die natürliche Ordnung des Planeten immer die Grenze des „Gesunden“ missachten und immer schaden anrichten, während sich die Erde dennoch weiter dreht und auch weiter verändert? Wie sinnvoll ist es also dem Schutz des Planeten ein begrenztes Ziel zu setzen, anstatt ab sofort jederzeit verantwortungsbewusster mit uns und unserem Leben hier umzugehen? Nicht nur was das Klima betrifft.

Die Widersprüche, die die jetzige Diskussion beinhalten, sind nicht mehr einfach zu übersehen und deshalb tut mir Greta Thunberg auch sehr leid, denn nicht nur, dass es schlichtweg nicht die Aufgabe eines heranwachsenden Menschen sein sollte, die Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen, viel schlimmer ist, wenn man sie dafür benutzt.

Ich kann Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg nur zutiefst beistehen, in ihrem Wunsch die Erde nicht zu zerstören und dafür für sich und ihre Generation ein gesünderes Leben zu fordern. Und ich habe so das Gefühl, sie wünscht sich das auch viel mehr, als das ich ihr folge.

Doch bitte seht selbst, was uns die „welt“ gebracht hat.

Ob links, rechts oder Mitte – alle haben versagt“ (Video: Greta Thunberg in Davos)